Thekla Riedel

Vorgeschichte des Islams in Deutschland

Erstmals kamen die Türken im Jahr 1683 nach Deutschland, als die Osmanen Wien belagerten und die Deutschen zur Verteidigung nach Wien eilten. Sie nahmen die Türken als Kriegsgefangene mit nach Deutschland. 1731 ließ der König in Potsdam die erste Moschee erbauen. 1739 gründete Friedrich Wilhelm I die erste islamische Gemeinde auf deutschem Boden. 

Der Sohn von Friedrich Wilhelm, Friedrich der Große, wollte für die Übersiedlung der Türken nach Deutschland Moscheen bauen und bot den ihnen Schutz und einen gesicherten Rechtsstatus. Vielleicht war das auch ein Grund, dass die moslemischen Soldaten der russischen  Armee zu den Preußen überliefen, als der Sultankalif gegen Rußland einen „Heiligen Krieg“ plante. Ab 1763 gab es in Berlin eine ständige osmanische Gesandtschaft.

1913 kam erstmals eine nennenswerte Zahl von Türken nach Deutschland, auch nach dem ersten Weltkrieg blieben viele Moslems in Berlin, da das Osmanische Reich und Deutschland in diesem Krieg Bündnispartner waren. Am 3.März 1924 schlossen die beiden Länder ein Freundschaftsabkommen, woraufhin im selben Jahr

viele Studenten, Akademiker und Intellektuelle aus Ost- und Südeuropa nach Deutschland zogen und so bald ein reges islamisches Gemeindeleben entstand. Als Brücke zwischen der deutsch-islamischen Welt wurde das Islam-Institut in Berlin bezeichnet, das 1927 gegründet wurde. Am 31. Oktober 1932 gründete man ebenfalls in Berlin den islamische Weltkongress. Durch diese Institution wurde die erste moslemische Bildungseinrichtung auf deutschen Boden errichtet. Diese Gründung ist eine der wichtigsten Schritte zur Annäherung in der damaligen Zeit gewesen. 

Im Nationalsozialismus sprach man von einer „weltanschaulichen Verbundenheit“ zwischen dem Nationalsozialismus selbst und dem Islam, da der Antisemitismus als verbindendes Element zwischen den Deutschen und den Moslems bezeichnet wurde. Im Jahre  1947/1948 lebten nur noch rund 150 Muslime in Deutschland. 

Ab 1961 begann man, viele Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland zu holen, da die Bundesrepublik und die türkische Republik ein Abkommen über soziale Zusammenarbeit getroffen hatten.

Mitlerweile haben die türkischen Gastarbeiter in Deutschland ihre Heimat gefunden. Es leben teilweise schon Kinder von Gastarbeitern der dritten Generation in Deutschland. Bis 1974 waren diese Arbeitskräfte gesucht, doch dann flaute die Nachfrage allmählich ab. Nach dem in diesem Jahr ausgesprochenen Abwerbestopp kam es zu vermehrten Familienzusammenführungen, außerdem kamen viele Asylbewerber nach Deutschland, die sich zum Islam bekennen. 

 

Der Islam heute in Deutschland

Der Islam ist die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft in Deutschland. Hier leben ca. 7,3 Mio. Ausländer, davon sind 3,2 Mio. Muslime, darunter 2,1 Mio. türkischer Herkunft. Zwei Gründe für den Zuwachs der Muslime in Deutschland ist die höhere Geburtenrate unter den Muslimen und der Zuwanderung aus der islamische Welt. 520.000 der Muslime sind deutsche Staatsbürger, von denen 11.200 deutschstämmig sind.   

 

Religionszugehörigkeit in Deutschland  

Christentum (protestantisch) 27.900.000
Christentum(katholisch) 27.100.000
Islam   3.200.000
Orthodoxe und orientalische Kirchen      926.000
Judentum      160.000
Buddhismus      155.000
Hi nduismus        96.000

 

Die unterschiedlichen Gemeinschaften des Islams  

Sunniten  2.200.000
Aleviten     340.000
Imamiten, Schiiten     170.000
Ahmadis       60.000
Sufi-Gemeinschaft       10.000

 

Desintegration und islamischer Fundamentalismus bei türkischen Jugendlichen in Deutschland

 

Zwei offizielle Stimmen von islamischer Seite

 

 

Quellen